Hauptvorträge

Prof. Dr. Gabriella Ambrus

Vortrag am Montag, 07.03.2016, 14.45 Uhr
Prof. Dr. Gabriella Ambrus
Eötvös-Loránd-Universität
Pázmány P. sétány 1/c
1117 Budapest
Ungarn
E-Mail: ambrusg@cs.elte.hu


Abstract

Vergangenheit und Gegenwart der ungarischen Mathematikdidaktik – unter besonderer Berücksichtigung der Bezüge zu Deutschland und Österreich

In den letzten zwei-drei Jahrhunderten hat der ungarische Mathematikunterricht einen langen Weg zurückgelegt.
Neben der Veränderung der wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse, oder eben infolge deren Wirkungen erreichte unser Mathematikunterricht durch die Tätigkeit vieler hervorragender Mathematiker und Mathematiklehrer seinen aktuellen Zustand, nach mehreren intensiven oder weniger
intensiven Übergangsperioden.
Über diese Entwicklung möchte ich anhand des Zeitraumes vom 19. Jahrhundert bis heute eine Übersicht geben. Zur Darstellung dieser langen Periode schildere ich die Tätigkeit einiger solcher wichtiger Persönlichkeiten, die international oder eher im ungarischen Mathematikunterricht eine wichtige Rolle gespielt haben.
In Ungarn die deutsche Sprache war jahrhundertelang nicht nur im politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Leben, sondern für viele Leute auch im Alltag da. Wenn es also um den ungarischen Mathematikunterricht und um seine Geschichte geht, ist es leicht Anknüpfungspunkte zu finden.
Diese Anknüpfungspunkte werden im Vortrag bei der Übersicht der Geschichte des ungarischen Mathematikunterrichts betont behandelt und auch mit eigenen persönlichen Bezügen angereichert.

Prof. Dr. Michael Gaidoschik

Vortrag am Dienstag, 08.03.2016, 12.00 Uhr
Prof. Dr. Michael Gaidoschik
Universität Klagenfurt
Institut für Didaktik der Mathematik
Sterneckstraße 15
9020 Klagenfurt
Österreich
E-Mail: michael.gaidoschik@aau.at


Abstract

Prävention von „Rechenschwächen“: Was Fachdidaktik kann und könnte

1996 bezeichnete Hans Grissemann in „Dyskalkulie heute“ das „medizinische Paradigma“, also die Betrachtung mathematischer Lernschwierigkeiten als eine Art von Krankheit, als „überholt“. Nicht erst 2016 erweist sich das als verfrühte Hoffnung. In der Wahrnehmung der Medienöffentlichkeit fallen Kinder, die früh in und dann oft an der Mathematik scheitern, in den Zuständigkeitsbereich von Medizin und (Neuro-)Psychologie. Elternverbände berufen sich auf psychologische „Kausalmodelle“, um für „vermutlich genetisch und neurobiologisch“ für Mathematik indisponierte Kinder Ausnahmeregelungen einzufordern: Befreiung von statt Befähigung zur Mathematik? Die Psychologie selbst hat sich längst auch für Prävention und Förderung zuständig erklärt und bemüht sich um den Nachweis signifikanter Lernzuwächse durch methodisch streng kontrollierte Trainings, welche die Wirkung diverser „Prädiktoren von Dyskalkulie“ „kompensieren“ sollen. Und die Mathematikdidaktik? Sie kann vieles anbieten, um Mathematik auch Kindern mit ungünstigen Lernvoraussetzungen zugänglich zu machen. Sie könnte meiner Einschätzung und Hoffnung nach noch mehr, auch in der nötigen Auseinandersetzung mit psychologischen Erklärungsmodellen und Förderprogrammen. Was sie kann und könnte, und auch was sie nicht kann, soll im Vortrag skizziert werden.

Henning Körner

Vortrag am Mittwoch, 09.03.2016, 12.00 Uhr
Henning Körner
Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien
Birkenweg 1
26127 Oldenburg
Deutschland
E-Mail: hen.koerner@t-online.de


Abstract

Vom Studium ins Referendariat: Kontinuität oder Diskontinuität?

Felix Klein sprach von zwei Diskontinuitäten, denen angehende Lehrkräfte ausgesetzt sind, dem Übergang von der Schule zur Universität und dem Übergang zurück an die Schule. Mildern Fachdidaktik und Referendariat die zweite? Oder schafft das Referendariat eine dritte Diskontinuität?
Der Vortrag beleuchtet das Beziehungsgefüge zwischen universitärer Fachdidaktik und fachdidaktischen Anforderungen und Wünschen in der zweiten Phase. Prägend ist dabei der Blick vom Referendariat zurück auf die fachdidaktische Ausbildung an der Universität und immer vorwärts mit Blick auf Unterricht. Dabei kommen zwangsweise auch Beziehungen zur Fachwissenschaft und den Bezugswissenschaften in den Blick. Welches fachdidaktische Wissen und welche Kompetenzen sollten in der ersten Phase erworben werden, um in der zweiten Phase anschlussfähig produktives Unterrichten zu lernen?

Prof. Dr. Jürg Kramer

Vortrag am Donnerstag, 10.03.2016, 12.00 Uhr
Prof. Dr. Jürg Kramer
Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6
10099 Berlin
Deutschland
E-Mail: kramer@mathematik.hu-berlin.de


Abstract

Variationen zum Satz des Pythagoras: Mathematik an der Schnittstelle Schule—Hochschule

Der Satz des Pythagoras ist ein wohl bekanntes Theorem der Schulgeometrie. In dem Vortrag werden wir arithmetische und geometrische Variationen zu diesem Thema vorstellen, die uns auf faszinierende Fragestellungen der Hochschulmathematik führen. Diese Fragen können bereits Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht werden, ihre Beantwortung erfordert jedoch neue Ideen und mathematische Werkzeuge. Das in unserem Vortrag diskutierte Thema kann auch als fachwissenschaftlicher Beitrag des Zusammenwirkens von GDM, MNU und DMV an der Schnittstelle von Schule und Hochschule gesehen werden.

Prof. Dr. Kathrin Winter

Vortrag am Freitag, 11.03.2016, 12.00 Uhr
Prof. Dr. Kathrin Winter
Europa-Universität Flensburg
Abteilung für Mathematik und ihre Didaktik
Auf dem Campus 1
24943 Flensburg
E-Mail: kathrin.winter@uni-flensburg.de


Abstract

Diagnose, Förderung und Beratung an den Schnittstellen von Schule, Ausbildung, Studium und Berufsalltag

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir?! Ziel des allgemeinbildenden Unterrichts (nicht nur in Mathematik) ist es, auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Doch inwiefern bereiten schulisch erworbene mathematische Kompetenzen tatsächlich erfolgreich auf die Anforderungen im Rahmen einer Berufsausbildung oder eines Studiums bzw. auf die späteren Tätigkeiten in der beruflichen Praxis vor? Wie lässt sich feststellen, über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten bspw. Auszubildende oder Studienanfänger(innen) hinsichtlich der benötigten Mathematik in ihrem Beruf verfügen? Und in welcher Form können einzelne Personen der verschiedenen Gruppen hinsichtlich einer adäquaten Vorbereitung auf die mathematischen Anforderungen im Leben nach und außerhalb der Schule angemessen beraten und gefördert werden? Im Vortrag wird zunächst ein Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zu den Themenfeldern Mathematik in Ausbildung, Studium und Beruf gegeben. Anschließend werden u. a. Diagnoseinstrumente vorgestellt, die die Grundlage für eine erfolgreiche Beratung und Förderung an den Schnittstellen von Schule, Ausbildung, Studium und Berufspraxis legen.